Mitte Mai, im oberen Brembanatal, sind die Wiesen in voller Blüte. Die Brennnessel ist noch zart. Perücke – dieser wilde Spinat, der seit Jahrhunderten in den lokalen Rezepten landet – ist gerade auf den Weiden aufgetaucht. Die Hirten haben begonnen, die Herden wieder in die Höhe zu treiben, und mit der Sommerweide beginnt auch wieder die Produktion der feinsten Alpkäse. Es ist die Jahreszeit, in der die Berge alles gleichzeitig bieten, und das nicht lange.
Um diese saisonale Koinzidenz – wilde Kräuter und Almkäse zur gleichen Zeit – herum entstand vor sechzehn Jahren das Festival Die Kräuter des Käseherstellers. Die 16. Ausgabe findet in den elf Gemeinden von Altobrembo an den Wochenenden vom 23-24 Mai und 29.-30.-31. Mai, 1.-2. Juni 2026.
Wildkr
Jahrhundertelang waren die wilden Bergkräuter ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung und Volksmedizin der Orobic-Gemeinschaften. Sie waren keine Nischenzutaten: Sie waren das, was wuchs, das, was man zu sammeln wusste, das, was man benutzte. Dann schwand dieses Wissen, es wurde immer weniger von Generation zu Generation weitergegeben.
Die geführten Kräuterwanderungen von Erbe del Casaro – die jedes Jahr von Phytopathologen und Botanikexperten geleitet werden – dienen genau diesem Zweck: sie lehren, essbare Arten aus Wäldern und Bergwiesen zu erkennen, sie von giftigen Arten zu unterscheiden, zu verstehen, wie man sie verantwortungsvoll sammelt und wie man sie in der Küche oder in der Kräuterkunde verwendet. Es ist keine theoretische Lektion: Man wandert über die Weiden, sammelt, lernt auf dem Feld.
Die Käse-Protagonisten
Das obere Brembana-Tal ist eines der reichsten Käsegebiete Italiens. Die in der 16. Ausgabe vorgestellten Käsesorten zeugen von dieser Dichte: vier geschützte Ursprungsbezeichnungen und drei Slow Food Förderkreise. Die Formai de Mut dell'Alta Valle Brembana DOP, der Bitto DOP, der Strachítunt g.U. und der Taleggio DOP. Und dann die drei Presidi: das Agrì di Valtorta, der Stracchino all’Antica delle Valli Orobiche und der Bitto Storico delle Valli. Sieben Käsesorten mit sehr unterschiedlichen Geschichten und Charakteren – alle in diesen Gebieten hergestellt, alle mit direkter Verbindung zur Sommeralpe und zu den Wiesen, die sich in dieser Zeit mit denselben Wildkräutern füllen, die im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.
Die Gräser der Wiesen – das, was das Vieh auf der Weide frisst – fließt direkt in das Aromaprofil der Milch und damit des Käses ein. Einen Formai de Mut, der mit der Alpmilch vom späten Mai hergestellt wurde, zu verkosten und die Gräser zu erkennen, die diese Almwiesen prägen: Genau dieses doppelte Erlebnis bietet Erbe del Casaro seit sechzehn Jahren an.

























