Der Pizzo dei Tre Signori, ein ehemaliger Grenzgipfel zwischen dem Herzogtum Mailand, der Republik Venedig und der Republik Graubünden, ist ein symbolträchtiger Berg der Orobie, der über mehrere faszinierende Routen erreicht werden kann. Eine der spektakulärsten ist sicherlich die, die durch das eindrucksvolle Valle d'Inferno führt, eine Route inmitten einer wilden und unberührten Umgebung, wo man nicht selten Steinböcke, Murmeltiere und die reiche alpine Fauna beobachten kann, die diese Orte bevölkert.
Nachdem wir den historischen Ortskern von Ornica passiert haben, steigt die Straße steil zu einem Parkplatz an, hinter dem ein herrlicher Saumpfad den eigentlichen Beginn der Wanderung markiert (ca. 970 m). Von hier aus führt der Weg in eine Landschaft, die zwischen schattigen Wäldern und offenen Wiesen wechselt, vorbei an den charakteristischen Berghütten der Gegend: Baita Costa (1279 m), Casera (1415 m), Baita Ciarelli (1629 m) und Baita Predoni (1800 m), lebendige Zeugnisse der Almentradition.
Wenn man weiter aufsteigt, überquert man den Bach, der aus dem Tal herabfließt, und kreuzt den berühmten Weg 101, einen Kreuzungspunkt für zahlreiche Wanderwege. Die Landschaft wird immer schroffer und felsiger: Beim Aufstieg durch den großen Schuttkessel erreicht man die spektakuläre Bocchetta d'Inferno (2306 m), ein natürliches Tor zu den Pizzo-Kämmen.
Von hier aus biegt der Weg nach links in südwestlicher Richtung ab und nimmt das letzte Stück am Nordosthang des Berges in Angriff, zwischen leichten Felsen, Geröll und - im Frühling - Restschneefeldern. Der Aufstieg gipfelt beim grossen Gipfelkreuz (2554 m), von wo aus sich ein aussergewöhnlich weites Panorama eröffnet: von den Rätischen Alpen bis ins Wallis, vom Monte Rosa bis zum Matterhorn, bis zu den nächsten Gipfeln von Lecco und Orobic.
Eine unverzichtbare Route für alle, die die authentische Essenz des Orobischen Hochgebirges inmitten von Geschichte, wilder Natur und unvergesslichen Aussichten erleben möchten.
