La Via Mercatorum ist ein relativ neuer Name, der aus dem Tourismus stammt, aber heute weithin verwendet wird, um ein altes System von Verbindungen zu bezeichnen, die den Orobie lange vor dem Bau der Priula-Straße. Was zählt, ist nicht nur der Name, sondern auch die Geschichte, die er erzählt: die der Routen, die seit Jahrhunderten von Händlern, Hirten und Wanderern genutzt wurden, um zwischen verschiedenen Tälern und Gebieten zu pendeln.
Diese Routen überraschen auch heute noch durch ihren Verlauf: Sie folgen nicht immer dem Talboden, sondern durchschneiden die Hänge schräg und überqueren Pässe und Bergrücken mit einer ganz eigenen Logik. Das Mercatorum ist mehr als eine einzelne “Straße”, es ist ein Streckennetzeine durchgehende Linie, die Seriental, Val Serina e Val Brembana.
Die von Vereinen und Heimatforschern durchgeführten Studien sprechen in der Tat von einer Vielzahl von Wegen, die alle dieselbe Funktion hatten: den Transit von Menschen und Waren über große Entfernungen zu ermöglichen, als diese Wege echte strategische Achsen des Austauschs und der Kreuzung waren.
Von Süden nach Norden beginnt das Mercatorum-Netz bei Nembro, geht hinauf in Richtung Selvino und tritt dann in das Gebiet des Val Brembana ein, das sich in zwei Zweige teilt: einen höheren, der durch Menschenhändler e Cornalba, und eine untere, die durch Algua und die Val Serina. A Serina vereinigen sich die Wege wieder und führen gemeinsam weiter nach Dossena, wo sich wiederum zwei Alternativen eröffnen: eine in Richtung St. Gallen, die andere in Richtung Grumo, und dann beide hinunter zum Talboden des Brembo, in der Nähe von Maisfeld von Tasso, historisches Kaufmannsdorf.
In jüngerer Zeit wurde eine Erweiterung in Richtung des oberen Brembanatals, in Richtung Averara und die Val Mora, die Wiederherstellung alter Saumpfade, die das Tal mit dem Val Gerola und die Bitto-Tal, Gebiete, die später auch von den Priula durchquert werden sollten.
Heute ist die Via Mercatorum eine Gelegenheit, durch die Geschichte zu wandern: eine langsame Reise durch Dörfer, Bergkämme und Landschaften, die vom Val Brembana als einem Land des Durchgangs, des Austauschs und der Begegnung erzählen.