Der Berg Grem, 2.049 Meter über dem Meeresspiegel, dominiert still die Wasserscheide zwischen dem Val Brembana und dem Val Seriana. Es ist ein Berg, der durch die Weite seiner Aussicht und das Gefühl der Freiheit, das er von den ersten Schritten an vermittelt, besticht. Ob man nun von Zambla Alta aus über die meistbegangene Route oder von den einsamen Hängen von Oneta aus aufsteigt, die Umgebung wird schnell offen, hell, fast mediterran in ihrer Schlichtheit.
Die Hochweiden begleiten den Wanderer in Richtung des abgerundeten Kammes, der den Grem charakterisiert: ein stetiger, aber nie schwerer Anstieg, der es erlaubt, die Wanderung in aller Ruhe zu genießen und dem langsamen Rhythmus des Berges zu folgen. Vom Gipfel aus weitet sich der Blick: Alben, Arera und Menna liegen in der Nähe, während in der Ferne bei klarer Sicht die Gipfel des Valtellina, das Adamello-Massiv und im Süden sogar der Apennin zu erkennen sind.
Der Grem ist zu jeder Jahreszeit ein ideales Ziel: grün und weich im Sommer, golden im Herbst, oft schneebedeckt im Winter, wenn die erfahrensten Wanderer ihn besteigen. Sein einladender Charakter macht ihn zu einem Berg “für jedermann”, der aber gleichzeitig mit plötzlichen Einblicken, wechselnden Lichtern und dem Flug von Raubvögeln, die die Kammströmungen nutzen, überraschen kann.
Der Berg ist auch im Winter begehbar, allerdings nur für erfahrene Wanderer mit entsprechender Ausrüstung; während der Wintersaison ist es außerdem ratsam, sich im Voraus bei den Hütten zu erkundigen, ob sie geöffnet sind.